Erinnerungen…

…können positive Gefühle erzeugen, aber auch negative.
Solch eine Reise in die Vergangenheit kann dabei anstrengend sein und doch möchte ich manche davon nicht missen.
So habe ich diese Woche die Gedenkstätte Moritzhof in Magdeburg besucht. Es ist die einzige Gedenkstätte an die Opfer der Staatsicherheit der DDR, die noch das Gebäude der Untersuchungshaftanstalt in vollem Umfang erhält und den Besuchern zugänglich macht. Die Besichtigung wird sicher sehr unterschiedliche Reaktionen bei den Besuchern auslösen.
So musste ich erleben, dass eine Frau – so um die 50 – im original erhaltenen „Freihof“ noch ihre Witze riss und vormachte wieviel Platz der Gefangene noch hätte und „rumlaufen“ konnte.
Erst als die Bilder der Erinnerung im Freihof bei mir aufstiegen und ich dann mit Tränen im Gesicht, davon erzählte, wie ich als Gefangener diesen „Freigang“ erlebt habe, was ich gefühlt habe, wenn mich die hohen Mauern erdrückten und der Mündungslauf des auf mich gerichteten Maschinengewehrs Angst machte, erst dann kehrte bei den Anderen Stille ein. Betroffenheit erfüllte die Freizelle, konnte aber meine Erinnerungen nicht verdrängen.
Ohnmacht erfüllte mich, genau wie schon Ende der 70er Jahre während meiner Haftzeit.

Und doch möchte diesen Besuch nicht missen. Ich bin stolz, mich diesen Erinnerungen bewusst gestellt zu haben, und sie ausgehalten zu haben. In meinem Inneren wurde mir bewusst, dass die Arbeitsweise des MfS, die seelische und teilweise auch körperliche Gewalt den nachwachsenden Generationen vermittelt werden muss, damit nie wieder eine Diktatur in unserem Heimatland Fuß fassen kann. In diesem Sinne will ich weiterhin einbringen, Texte und Gedichte schreiben, Lesungen durchführen und von meinen Erinnerungen erzählen.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende. Vielleicht konnte ich mit diesem Eintrag etwas zum Nachdenken beitragen.

…was nicht passt, wird passend gemacht…

…dies ist das Fazit einer gesellschaftskritischen Betrachtung unseres Verhaltens im Alltag.

KEINE ZEIT FÜR TRÄUME hieß der Film, der vorige Woche von mehreren Sendern gezeigt wurde. Packende Szenen, schauspielerisch hervorragend dargestellt, haben mich tief in meiner Seele berührt und bewegt.

Wie ist das in der heutigen Zeit mit uns? Was zählt überhaupt? Erfolg und das Streben nach Anerkennung und Wohlstand scheinen uns kaputt zu machen. Sie fordern uns ganz, führen uns an unsere physische Grenze. Am Ende sehen wir nur noch unsere Arbeit, alles andere verlieren wir aus den Augen. Das Rennen im Hamsterrad geht bis zur Erschöpfung immer schneller.

Und wo bleibt das Leben? Wo bleiben die schönen Dinge? Wo bleiben die Menschen, die wir lieben? Wo bleiben die Träume, die wir einmal hatten und träumen wir überhaupt noch? Gefühle, Zeit, Menschlichkeit, Nähe und Geborgenheit stehen dem heutigen gesellschaftlichen Leistungsdruck entgegen. Wer sich dann nicht unterordnen kann wird zermalmt. WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT.

Sollte nicht jeder sein Leben aus diesem Blickwinkel überdenken und ggf. korrigieren?

In diesem Sinne wünsche ich allen eine gute Woche, die hoffentlich auch Zeit für Träume lässt.

Tränen des Lebens…

Das Leben besteht nicht nur aus Sonne und Freude. Nein, auch der Regen, die Tränen des Lebens gehören dazu.
Und so war das vergangene Wochenende erfüllt von herrlichem Sonnenschein beim Spaziergang durch den Magdeburger Elbauenpark, aber auch vielen Tränen  aus Angst, Tränen aus Liebe, auch Zorn. Wieviel Zeit bleibt uns noch auf dieser Welt? Und doch verschwenden wir sie an die unschönen Dinge. Aber brauchen wir nicht auch die unschönen Dinge, um unsere Augen und unser Herz für die schönen Dinge des Lebens zu öffnen?
Ich wünsche allen einen guten Start in die neue Woche.