2 neue Bücher in meinem Lesebestand

Mein Bücherregal verzeichnet 2 Neuzugänge, die ein Thema aufgreifen, mit dem ich mich in letzter Zeit viel beschäftige.

Die Kriegsvergangenheit zeigt auch heute noch in vielen Familien Spuren, bis in die zweite und dritte Generation hinein. Jetzt meldet sich die Generation der Kinder der Kriegskinder zu Wort. Ein Buch, das den „Kriegsenkeln“ hilft, sich selbst besser zu verstehen.
„Die Kriegsenkel sind die heute 35 – 50-jährigen Kinder der >Kriegskinder<. Sabine Bode verdeutlicht anschaulich die weitreichenden transgenerationalen Auswirkungen auf ihre Erziehung und Entwicklung und sogar auf ihre gegenwärtigen Beziehungen. Vieles ist beunruhigend, die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen besteht weiter.“    
HARTMUT RADEBOLD -Klappentext.

>>Dieses Buch war längst überfällig.<<  GÜNTER WALRAFF
Ein Großteil der deutschen Nachkriegskinder ist ins Leben hineingeprügelt worden. Doch wie konnte es sein, dass Schläge mit Teppichklopfer, Kochlöffel und Rohrstock in der Schule und zu Hause völlig üblich waren? Und was wurde aus diesen Kindern, die in der Gewissheit aufwuchsen: Ich bin ein Nichts, ich gehöre bestraft? Ingrid Müller-Münch spürt diesen Fragen nach und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen Erziehungsdebatte.
>>Ein aufklärendes, ja aufklärerrisches Generationenporträt. Empfehelenswert.<< DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

(Klappentext)

Ausgerechnet Kabul

Ausgerechnet Kabul – 13 Geschichten vom Leben im Krieg zeigt sehr anschaulich, in welcher Situation sich die afghanische Gesellschaft tatsächlich befindet. Nichts davon findet normalerweise den Weg in die deutsche Presse. Kein Wunder, dass unser Bild, das wir von diesem Land weit weg in Asien haben, so wenig differenziert ausfällt. Allen, die mehr über Afghanistan wissen wollen, kann ich dieses Buch unbedingt empfehlen. 
                                                                                                                         (Ina Degenaar)

Ausgerechnet Kabul

Werbung für eine Lesung im Magdeburger Moritzhof


„Warum die Sachsen-Anhalter nackt wandern und ihre „Tote Oma“ lieben“ … LESUNG

24. April  l  15.45 Uhr  l  HofGalerie im Moritzhof Magdeburg
 

 

Als Küstenelli mit nordischem Migrationshintergrund hat Edith Jürgens die Palette der Geschichte, Kultur, Ausflugsziele und Traditionen des östlichen Bundeslandes originell protokolliert. Unbekümmert marschiert die Großfamilie in der Freizeit Nacktwanderwege entlang. Sie verspeisen „Tote Oma“ aus der Bratpfanne mit Würchwitzer Milbenkäse. Für Gipfelstürmer wurde der „Brocken“ als Kletterziel in den Harz gestellt. Wertvolle Tipps zur Kommunikation erleichtern den Kontakt mit der Bevölkerung. Wird das „G“ im Alphabet gestrichen, durch ein weiches „J“ ersetzt, klappt es auch mit den Bewohnern dieses außergewöhnlichen Landstriches. Orte wie Schreckenstürme, Gletschertöpfe, Pyramiden erzählen ihre Geschichte. Historische Überlieferungen wurden humoristisch aufbereitet. Für alle Fans von Land und Leuten und deren rätselhaften Gepflogenheiten gibt es eine Menge erfreulicher Attraktionen abseits der üblichen Wanderwege. Ein idealer Wegweiser durch das Land der Frühaufsteher für Schaulustige, die außerhalb der ausgetretenen Pfade unterwegs sein möchten.

Präsentiert vom Machtwortverlag
Der Eintritt ist frei! 

Herrschaft und Unterdrückung

Der Mensch darf seine eigenen Probleme und Ideale nicht höher bewerten als die der anderen. Ihm wurde bewusst, dass die Menschen, die andere unterdrücken, selber unfrei sind, sonst hätten sie dieses Bestreben nicht.
Jemand, der zufrieden ist, der im Einklang mit sich selbst und seiner Umgebung lebt, dem es körperlich und seelisch gut geht, hat es nicht nötig, über andere zu herrschen. Doch wo findet man solche Menschen in dieser mit Ideologien vergifteten Welt?

aus dem Roman: „Das Lied des Wüstenvogels“ von Michael Krause-Blassl
https://plus.google.com/u/0/104254458407937821932/posts/UFANpQXEkQS?cfem=1

Versperrte Wege


Ich sehe dicht gerollten Stacheldraht inmitten karger Landschaft. In den Rollen flattern Stofffetzen im Wind, Reste von Hosen, Kleidern, T-Shirts. Mein Blick wandert, erfasst große flehende Kinderaugen in dreckigen Gesichtern, hinter ihnen enttäuschte und schimpfende Erwachsene, die Eltern dieser Kinder? Dies vermag wohl in diesem Moment niemand mit Sicherheit zu sagen. Erkennbar ist nur, dass eine große Menschenmenge verzweifelt in einer scheinbar elendigen menschenunwürdigen Situation steckt.

Was ist geschehen? Kurz zuvor schossen mazedonische Polizisten durch den Zaun auf diese Flüchtlinge der anderen Seite. Sie verhinderten den gewaltsamen Durchbruch.

Und wir? Was macht das öffentliche Deutschland? Hier wird mit ausgestrecktem Finger auf diese doch so unbarmherzigen mazedonischen Polizisten gezeigt. „Wie können die nur?….“

Ja, diese Frage sollten wir uns alle selbst beantworten. Von den schießenden Polizisten diese Antwort zu erwarten ist unfair, falsch und hinterhältig. Mitteleuropa und allen voran die Deutschen war es, die hier keine Flüchtlinge mehr haben wollten! Und damit wir uns nicht die Finger schmutzig machen, haben wir von den Ländern, die an unserer europäischen Außengrenze liegen, verlangt, sie sollen doch den Flüchtlingsstrom aufhalten. Wir haben es selbst nicht geschafft und sind jetzt so feige, diese Aufgabe den anderen aufzubürden ohne einen Lösungsweg mit zu liefern.

Faktisch sind wir es, die auf diese Kriegsflüchtlinge schießen. Wir können uns nicht einfach umdrehen und so tun, als ob wir das Elend und den von uns verursachten Tod nicht sehen. Tun wir es dennoch, ändert das nichts an der Tatsache, dass wir mitverantwortlich sind.

Wir dürfen uns nicht schuldig machen am Tod tausender Menschen, die auf der Flucht vor genau diesem Tod sind. Die Deutschen haben in ihrer Geschichte schon einmal schwere Schuld auf sich geladen. Dies darf nicht noch einmal passieren.

    Quelle: stern © Ognen Teofilovski/Reuters