Die höhere Mathematik unseres Bildungsministers

Die Mitteilung des Bildungsministers an die Schulleiter klingt harmlos. Und doch hat sie es in sich. Marco Tullner reagiert nämlich auf den anhaltenden Lehrermangel in Sachsen-Anhalt.

Seine Aufgabe ist es, die Bildung unserer nachwachsenden Generationen wieder in Bewegung zu bekommen. Das ginge zum einen mit mehr Lehrern, die die Unterrichtsversorgung wieder sichern können. Wenn man aber die Methoden der Ministerkollegen in Sachsen-Anhalts Kabinett erlernt hat und anwenden kann, gibt es noch eine andere Möglichkeit.

Man senke einfach per Order die den Schulen zugewiesenen Unterrichtsstunden ab! Das ist genial. Der Bildungsminister orientiert sich nicht mehr an der Anzahl der tatsächlich vorhandenen Schüler im Land, sondern legt einfach einen willkürlich erdachten Bedarf als Maßstab an. Auf Deutsch: die Schule X hat nicht einen Unterrichtsbedarf Y, weil sie 100 Schüler zu beschulen hat, sondern sie hat aus gleichem Grund (100 Schüler) nur noch einen Unterrichtsbedarf Z zu haben. Ein Rechentrick, mit dem man den Bedarf künstlich absenkt.

Was bedeutet dieser Rechentrick in der Praxis?  Der Schulleiter könnte sagen, dass die 100 Schüler ab nächstem Schuljahr nicht mehr 35 Wochenstunden Unterricht brauchen um den Schulstoff zu lernen, sondern nur noch 30 Wochenstunden. Blöd daran ist nur, dass jeder sehen kann, dass bestimmte Unterrichtsstunden nicht mehr stattfinden. Das hat ja nun aktuell erst eine Menge Ärger eingebracht.

Also muss eine andere Lösung her. Und für diejenigen, denen keine einfällt, gibt der Bildungsminister gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten auch gerne mal ganz persönlich Nachhilfeunterricht an einer Schule. Ist doch nun wirklich ganz einfach. Man verringere die Anzahl der Klassen an den Schulen, indem man die Schülerzahl je Klasse auf mindestens 28 erhöht. Was das für Schüler bedeutet, weiß ich persönlich ganz genau. Denn ich gehöre zu den Geburtenstarken Jahrgängen, den Babyboomern, die an einer Schule dreizügig zu 35 Schülern je Klasse unterrichtet wurden. Teilweise sogar in zwei Schichten, vormittags und nachmittags. Das ist zumindest aus Sicht der Schüler schon mal Stress pur.

Und für die Schulen, die das heute nicht schaffen, weil sie keine 28 Schüler je Klassenstufe mehr zusammen bekommen, besteht ja noch die Möglichkeit, 2 unterschiedliche Klassenstufen zu einer Klasse zusammen zu legen. Was für ein Wahnsinn, denn selbst die neuerdings immer wieder so gepriesene Schweiz hat sich von diesem System gerade erst wieder verabschiedet, weil es nicht funktioniert.

Betrachte ich das ganze nun noch aus Sicht der Beschäftigten in der Bildung, kann ich erst recht nicht mehr meinen Mund halten. Seit geraumer Zeit beobachte ich in zunehmenden Maß, dass der Dienstherr als Arbeitgeber immer rücksichtsloser mit seinen Beschäftigten umgeht. Mit Würde und Respekt vor ihren Leistungen behandelt er sie jedenfalls schon lange nicht mehr. Das trifft auch auf Polizei und Verwaltung zu. Dass die Menschen im Landesdienst immer häufiger und länger krank werden, will man in den Führungsetagen nicht wahrnehmen. Und dass es einen Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und der Gesundheit des Menschen gibt, erst recht nicht. Der Mensch im Dienst des Landes zählt schon lange nichts mehr. Selbst wenn von wütenden Bürgern auf Lehrer, Polizisten und Rettungskräfte eingeprügelt wird, sie dabei neuerdings lebensgefährlich verletzt werden, stellt sich das Land nicht schützend vor seine Beschäftigten.

Ich denke, dass es höchste Zeit wird, daran etwas zu ändern. Mit Taschenrechnertricks alles schön zu malen, hilft definitiv nicht das Problem zu lösen. Mit einer Stärkung des öffentlichen Dienstes und attraktiven Arbeitsbedingungen bestünde m.E. auch wieder die Chance so viele junge Leute für den öD. Zu interessieren, dass wenigstens die zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze wieder zu 100 Prozent besetzt werden können. Was soll sich bitte an der jetzigen Situation ändern, wenn künftig jährlich 800 Lehrkräfte in den Ruhestand gehen, als Ersatz 700 neue Lehrkräfte eingestellt werden sollen, die Studienplätze auch vorhanden sind, aber sich nur 500 Studenten für das Lehramt finden lassen?

Das ist eine Milchmädchenrechnung mit der die Wähler auch noch für dumm verkauft werden sollen. So kann es nicht weitergehen!

 

(Datenquelle: Volksstimme Magdeburg vom 17.03.2017)

Das bunte Leben in seiner Vielfalt „… bis die Bäume schweigen“

Ich betrete die Bibliothek und sehe schon von weitem Johanne stehen. Sie macht einen aufgeregten Eindruck und begrüßt an der Eingangstür zum Lesesaal die Gäste auf ganz persönliche Weise. Ich gratuliere ihr zur Veröffentlichung ihres zweiten Gedichtbandes, dessen Premiere heute Abend ist, und wünsche ihr für „…bis die Bäume schweigen“ viel Erfolg.

Ich bin auf ihre Buchpremiere gespannt. Johanne kenne ich schon seit 5 Jahren aus dem Autoren- und Literaturkreis Wilhelm Müller in Dessau. Sie gehört zu den Menschen, die mir sehr geholfen haben, mich bei meinem Schreiben in die Lyrik hinein zu finden, meine Gefühle mit Lyrik auszudrücken.

„…bis die Bäume schweigen“, dieser Titel lässt mich vermuten, dass die darin enthaltenen Gedichte im weitesten Sinne das Ende des Lebens spiegeln. Umso mehr bin ich überrascht, dass ich in dieser Erwartung weit gefehlt habe. Ihre Gedichte spiegeln das Leben insgesamt wieder. In ihren vorgetragenen Werken finde ich auch die Lebensfreude und die Liebe wieder. In vielen Gedichten höre ich die Angst um die zerstörerische Wirkung menschlichen Handelns. Kriege und Umweltkatastrophen rücken in mein Blickfeld und berühren mich mit ihrem angerichteten Schaden auf eine ganz eigene tief unter die Haut gehende Weise.

Johanne, wie auch der Autoren- und Literaturkreis Wilhelm Müller haben schon öfter mit der Band „Lama blanc“ aus Dessau zusammengearbeitet. Und so verwundert es mich nicht, dass sie auch diese Buchpremiere musikalisch umrahmen. Eine außerordentlich gelungene Symbiose von Literatur und Musik, wie ich finde. Auch „Lama blanc“ berührt mit ihren Improvisationen und Liedern meine Seele ganz tief. Sie überzeugen mit ihrer Professionalität und entführen mich mit ihrer Musik in genau die Welt, die Johanne mit ihren Gedichten in meinem Kopf erzeugt.

Eine erneute „Erziehungsmaßnahme“ ?

Keine rentenrechtlichen Beitragszeiten für ehemalige Heimkinder wegen „Zwangsarbeit“

Quelle:  Mo 13. März 15:13 Uhr —  magdeburger news.de

Das LSG Stuttgart hat entschieden, dass nach der derzeitigen Rechtslage die von ehemaligen Heimkindern geleistete Arbeit, die nicht Teileines versicherungspflichtigen Lehr- oder Beschäftigungsverhältnisses war, sondern sich als – nach damaligem Verständnis – Teil der Unterbringungs- und Erziehungsmaßnahmen darstellt, nicht als rentenrechtliche Beitragszeit im Versicherungskonto der betreffenden Personen anerkannt werden kann..

An dieser Stelle drängt sich mir die Frage auf, ob hier die betroffenen (in der Regel in der ehemaligen DDR aufgewachsen) ein weiteres Mal „erzogen“ und bestraft werden? Nicht nur, dass viele Kinder und Jugendliche aus sehr fragwürdigen Gründen  in Heime untergebracht wurden und dort arbeiten mussten, Nun wird Ihnen auch noch die Anerkennung dieser Arbeit als Anrechnungszeit im Sinne des Rentenrechts verwehrt.

Ich finde das ungeheuerlich.

Liebe Freunde

Willkommen in meinem neuen Blog.

Ich habe die alten Beiträge in mein neues Tagebuch importiert und möchte ab jetzt hier an diesem Ort, das niederschreiben, was mich im aktuellen Tagesgeschehen, in der Politik, in der Welt und in der Region allgemein wie auch speziell berührt. Aus den Beiträgen könnt ihr also erkennen, wofür ich stehe und was ich ablehne.

Ich hoffe, die Beiträge sind so interessant, dass ihr meinem Tagebuch regelmäßig folgt.

Ich wünsche Euch dabei viel Spaß.

Am 8.Februar um 16 Uhr ist es wieder soweit: „Anders sind wir alle“


Regine Steffens liest aus Ihrem Roman „Doppelbilder“ in der Reihe „Anders sind wir alle“, die in Kooperation mit dem Kulturverein „Pelikan e.V.“ an eine Schreibwerkstatt im AWO-Fachkrankenhaus in Jerichow anknüpft, in der Lebensgeschichten, Krisen und Grenzerfahrungen zur Sprache kamen.

Eindrucksvoll schildert die Autorin, wie sie ihren jüngsten Sohn, der unheilbar erkrankte, begleitete. Hilflos und hoffend kämpft sie mit ihm gegen den Tumor und verliert. Sie fühlt sich allein, obwohl ihr Mann und der ältere Sohn helfen, den Schwerkranken zu versorgen.
Schuldgefühle und Selbstzweifel quälen. Ihre eigenen Wunden brechen auf, zwingen zur Auseinandersetzung mit IHM, der Überfigur in ihrem Leben. ER zerstörte schon früh ihr Selbstvertrauen und die Lebensfreude. Die Familie braucht sie, aber sie findet nicht aus ihrer Verzweiflung. Sie sucht therapeutische Hilfe.

    wo? Zentralbibliothek

        Breiter Weg 109
        39104 Magdeburg

Mossul: Kinder zwischen den Fronten

ein sicherer Ort, genug zu essen, Platz zum unbeschwerten Spielen: 

Für die Kinder in Mossul ist all das in weiter Ferne. Die gefährliche Rückeroberung der Stadt geht weiter und niemand kann sagen, wie lange die Kämpfe noch dauern werden. Viele Familien versuchen, vor der Gewalt und der Unsicherheit zu fliehen und zumindest ihr Leben zu retten.

UNICEF bereitet weitere Hilfe für die Flüchtlinge vor. In der Stadt Al Houd südlich von Mossul haben wir Trinkwasser verteilt, nachdem die Region wieder unter Kontrolle der irakischen Sicherheitskräfte steht. Rund 3.000 Kinder und ihre Familien zwischen den Frontlinien haben so erstmals Unterstützung erhalten.
„Dies mag nur wie ein kleiner Fortschritt aussehen, aber er bedeutet echte Erleichterung für Kinder und ihre Familien, die schon so lange gelitten haben“, sagt Peter Hawkins, Leiter von UNICEF Irak.

Die Mädchen und Jungen im Irak brauchen jetzt weiter dringend unsere Hilfe, sie sehnen sich nach Sicherheit. Bitte helft den Kindern aus Mossul jetzt und spendet! Vielen Dank.


Ein Tag wie jeder andere?

Heute ist der 31.Oktober 2016, was für ein Tag ist das für mich?

Es ist der letzte Tag im Oktober, das Ende des herrlich bunten Herbstes wird eingeläutet. Es kehrt Ruhe in den Alltag ein, ich kann mich von den vergangenen Strapazen erholen, beginne ganz langsam das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen, bereite mich auf die friedliche Vorweihnachtszeit vor.

Dabei will gar keine so friedvolle Stimmung aufkommen. In der Welt geschieht im Moment so viel Unheil und Tod von Menschenhand durch Kriege, Hass und Machtkämpfe. Es stimmt mich traurig und macht mir zugleich Angst. Dieses Geschehen ist nicht irgendwo, weit weg in der Welt. Nein es ist längst in unseren Alltag eingezogen, betrifft und berührt unmittelbar unser eigenes, mein eigenes Leben. Dabei ist es nicht nur der Terror der IS-Kämpfer, der mein Leben als Europäer bedroht. Die sogenannten „Großmächte“ führen im Nahen Osten Stellvertreterkriege, die sich furchtbar schnell zum nächsten Weltkrieg ausweiten können. Wo ich hinsehe, entdecke ich Hass und Machtkämpfe. Da ist der Wahlkampf von Hillary Clinton und Donald Trump. Ich bin beunruhigt, wenn ich mir vorstelle, dass Donald Trump am 8.November zum nächsten Präsidenten der USA gewählt wird. Gleichwohl ist dies eine demokratische Entscheidung des amerikanischen Volkes, die ich respektieren und achten werde, keine Frage. In Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Unruhe in der Parteienlandschaft, keiner will mehr mit dem anderen. Unruhe zwischen Arm und Reich weil der Abstand immer größer wird und das Volk vergessen wird. Nicht einmal die Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern reichen noch zum Leben, teilweise reicht nicht einmal mehr Arbeit zum Leben. Und die Reichen behaupten, wir müssten nur wollen. So ein Quatsch. Und damit diesen Humbug nicht alle bemerken, befeuern wir auch noch die unterschiedlichsten Gruppen. Es werden Deutsche gegen Ausländer aufgehetzt, Alte gegen Junge, Gesunde gegen psychisch Kranke, Rechte gegen Linke, heterosexuell lebende Familienverbände gegen Schwule und Lesben. Unser alltägliches Leben wird immer mehr von Ausgrenzung bestimmt. Schon einmal errungene Gleichberechtigung und Toleranz gegenüber andersdenkenden Menschen scheint wieder verloren zu gehen.

Doch ich gebe nicht auf, trage Hoffnung in mir und glaube an eine friedliche Welt. Glaube und Hoffnung? Heute finden auch die Reformationsfeiern statt. Das Thema der Gottesdienste zum Reformationstag ist weniger das Gedächtnis des Thesenanschlags, als die Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben, die für Luther Auslöser und Kern der Reformationsbewegung war. Und so wird in den heutigen Gottesdiensten aus den Episteln des Evangelium gelesen:

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. 
Evangelium Mt 5,2–10

Ich bin davon überzeugt, dass jetzt an dieser Stelle auch alle meine nicht an Gott glaubenden Freunde über diesen Satz nachdenken und jeder für sich selbst seinen Schluss daraus zieht. Und in diesem Sinne möchte ich mit Euch allen gemeinsam hoffnungsvoll in eine spannende Zukunft schauen.