Ich bin nicht gefragt worden

Ich habe heute einen nachdenklichen Papst auf dem reich mit Blumen geschmückten Petersplatz gesehen.

Ungewöhnlich war es, dass er, anders als in der Tradition seiner Vorgänger an diesem Ostersonntag unvorhersehbar und frei sprechend eine Predigt hielt. Er erinnerte an die Ungerechtigkeiten der Welt, die manches Mal an Gott zweifeln lassen können. Dabei sprach er Krankheiten, Menschenhandel, Kriege und Gewalttaten an. Gestern erst habe er einen jungen Mann angerufen, der an einer schweren Krankheit leide, vertraute Papst Franziskus den Teilnehmern an der Messe an. Er habe ihm ein Zeichen des Glaubens geben wollen, indem er ihm sagte: „ >Es gibt keine Erklärungen für das, was dir passiert. Sieh auf Jesus am Kreuz. Gott hat das mit seinem Sohn gemacht, und es gibt keine andere Erklärung.< Und er hat mir geantwortet: >Ja, aber Gott hat es seinen Sohn gefragt, und der Sohn hat ja gesagt. Ich bin nicht gefragt worden, ob ich das wolle.< Das berührt uns, niemand von uns wird gefragt: >Bist du froh darüber, was in der Welt passiert? Bist du bereit dazu dieses Kreuz zu tragen?<“

Die Kirche wiederholt an einem Tag wie den heutigen: „Halte inne, der Herr ist auferstanden!“ Dies sei kein Fest mit vielen Blumen, ja, die seien zwar schön, doch hier gehe es um weit mehr, sagte Papst Franziskus. Es sei das „Geheimnis des verworfenen Steins“, der zum Eckstein unserer gesamten Existenz werde. „In dieser Wegwerfkultur, wo das, das nichts nützt, den Weg der Einwegware nimmt, wo das, das nicht nützt, weggeworfen wird, da wird dieser Stein – Jesus – verworfen und ist Quell des Lebens. Und auch wir, Steinchen auf der Erde, auf dieser Erde voller Schmerz, Tragödien, mit dem Glauben in den Auferstandenen Jesus haben einen Sinn, inmitten so vieler Unglücke.“

Das ist vielleicht die einzige mögliche Antwort auf so viele Ungerechtigkeiten: Der verworfene Stein, er ist nicht wirklich verworfen. Er lade alle dazu ein, so der Papst, vor sich und im Herzen die Worte zu wiederholen, auf die unser Glauben baue: Christus ist auferstanden.

Nach diesen Worten hätte ich auf dem riesigen Petersplatz eine Stecknadel fallen hören können. Die Menschen waren ergriffen. Vielen rollten Tränen über die Wangen, auch mir.

Unter dem übermächtigen Eindruck dieses Gefühles hörte ich dann auch die Worte Papst Franziskus aus seiner Osterbotschaft.

Im Kern sagte er, dass mit dem Tod noch nicht alles gesagt sei. Er erinnerte daran, dass die Liebe über den Tod hinaus andauere und so ein Stück Leben hinüberträgt.

„Wir alle verlieren, wenn wir uns von der Sünde beherrschen lassen, den rechten Weg und irren wie verlorene Schafe umher. Doch Gott selbst, unser Hirt, ist gekommen, um uns zu suchen;…             Durch die Zeiten hindurch wird der auferstandene Hirt nicht müde, uns zu suchen, seine Brüder und Schwestern, die sich in den Wüsten der Welt verirrt haben. Und mit den Zeichen seines Leidens – die Wunden seiner erbarmenden Liebe – zieht er uns auf seinen Weg, den Weg des Lebens. Auch heute nimmt er viele unserer Brüder und Schwestern, die vom Bösen in seinen verschiedenen Formen heimgesucht werden, auf die Schultern.

Der auferstandene Hirt geht den suchen, der sich in den Labyrinthen der Einsamkeit und der Ausgrenzung verirrt hat; er geht ihnen in den Brüdern und Schwestern entgegen, die sich respektvoll und liebevoll zu nähern wissen und fähig sind, jene Menschen seine Stimme hören zu lassen – eine Stimme, die man nie vergisst und die sie wieder zur Freundschaft mit Gott ruft.

Er kümmert sich um alle, die Opfer alter und neuer Sklavereien sind: unmenschliche Arbeiten, widerrechtliche Geschäfte, Ausbeutung und Diskriminierung, schwere Abhängigkeiten. Er kümmert sich um die Kinder und Jugendlichen, die ihrer Unbeschwertheit beraubt und ausgebeutet werden; und um diejenigen, deren Herz durch im eigenen Zuhause erlittene Gewalt verwundet wurde.

Der auferstandene Hirt macht sich zum Weggefährten all derer, die gezwungen sind, aufgrund bewaffneter Konflikte, terroristischer Angriffe, Hungersnöte oder unterdrückerischer Regime die eigene Heimat zu verlassen. Er lässt diese erzwungenermaßen umherziehenden Migranten immer und überall Brüdern und Schwestern begegnen, um auf dem gemeinsamen Weg Brot und Hoffnung zu teilen.“

Der auferstandene Herr leite angesichts der vielschichtigen und mitunter dramatischen Geschehnisse bei den Völkern die Schritte derer, die nach Gerechtigkeit und Frieden suchen; er gebe den Verantwortlichen der Nationen den Mut, das Ausweiten der Konflikte zu verhindern und den Waffenhandel zu unterbinden.

In diesen Zeiten unterstütze er besonders die Bemühungen aller, die sich aktiv dafür einsetzen, Entlastung und Ermutigung der zivilen Bevölkerung in Syrien zu bringen, die Opfer eines Krieges ist, der nicht aufhört, Schrecken und Tod zu verbreiten. Der Auferstandene gebe Frieden im ganzen Nahen Osten, angefangen vom Heiligen Land, aber auch im Irak und im Jemen.

Die Nähe des Guten Hirten bleibe den Bevölkerungen des Süd-Sudan, des Sudan, Somalias und der Demokratischen Republik Kongo nicht vorenthalten. Sie alle leiden daran, dass sich die Konflikte hinziehen und durch eine sehr schwere Hungersnot, die einige Gebiete Afrikas betrifft, noch verschlimmert werden.

Der auferstandene Jesus unterstütze die Bemühungen aller, besonders in Lateinamerika, die sich für eine Garantie des Gemeinwohls in ihren Gesellschaften einsetzen, die mitunter durch politische und soziale Spannungen gekennzeichnet sind und die in einigen Fällen in Gewalt enden. Sie mögen in der Lage sein, Brücken des Dialogs zu errichten und dabei im Kampf gegen die Wunde der Korruption und bei der Suche nach friedlichen Lösungen von Streitigkeiten beharrlich voranzuschreiten. Dies geschehe zur guten Entwicklung und Festigung der demokratischen Einrichtungen, in voller Achtung des Rechtsstaats …

Der auferstandene Herr möge nicht aufhören, dem europäischen Kontinent seinen Segen zu gewähren. Er schenke allen Menschen Hoffnung, die momentan Krisen und Schwierigkeiten, besonders auf Grund der großen Jugendarbeitslosigkeit, durchleben.

Am Ende rief Papst Franziskus den Teilnehmern zu: „… in diesem Jahr feiern wir als Christen aller Konfessionen gemeinsam das Osterfest. So erschallt mit einer Stimme und an jedem Ort der Erde der schönste Ruf: „Der Herr ist wirklich auferstanden, wie er gesagt hat!“ Er, der die Finsternis der Sünde und des Todes besiegt hat, gebe unseren Tagen den Frieden…

Seine Botschaft mit einem so klaren Bekenntnis zur demokratischen Gesellschaft und dem klaren Benennen politischer Missstände, dem Unvermögen der Herrschenden lässt mich diesem Mann gegenüber großen Respekt zollen. Diesen Mut sollten sich einmal insbesondere die Politiker und Verantwortlichen der Parteien mit einem „C“ im Namen zu Herzen nehmen. Denn bei den sogenannten Christlichen Politikern kann ich beim besten Willen nicht ansatzweise die Barmherzigkeit erkennen, die Papst Franziskus lebt und vorlebt.

 

Quelle: Radio Vatikan

Lange Nacht der Wissenschaft, ich schau vorbei

Auftakt Lange Nacht der Wissenschaft

Wissenschaftshafen

Wer­ner-Hei­sen­berg-Stra­ße, 39106 Mag­de­burg Kar­te an­zei­gen

0391 5405331

(Fundstelle: www.dates-md.de/stadtleben/auftakt-12-lange-nacht-der-wissenschaft/)

 

Die höhere Mathematik unseres Bildungsministers

Die Mitteilung des Bildungsministers an die Schulleiter klingt harmlos. Und doch hat sie es in sich. Marco Tullner reagiert nämlich auf den anhaltenden Lehrermangel in Sachsen-Anhalt.

Seine Aufgabe ist es, die Bildung unserer nachwachsenden Generationen wieder in Bewegung zu bekommen. Das ginge zum einen mit mehr Lehrern, die die Unterrichtsversorgung wieder sichern können. Wenn man aber die Methoden der Ministerkollegen in Sachsen-Anhalts Kabinett erlernt hat und anwenden kann, gibt es noch eine andere Möglichkeit.

Man senke einfach per Order die den Schulen zugewiesenen Unterrichtsstunden ab! Das ist genial. Der Bildungsminister orientiert sich nicht mehr an der Anzahl der tatsächlich vorhandenen Schüler im Land, sondern legt einfach einen willkürlich erdachten Bedarf als Maßstab an. Auf Deutsch: die Schule X hat nicht einen Unterrichtsbedarf Y, weil sie 100 Schüler zu beschulen hat, sondern sie hat aus gleichem Grund (100 Schüler) nur noch einen Unterrichtsbedarf Z zu haben. Ein Rechentrick, mit dem man den Bedarf künstlich absenkt.

Was bedeutet dieser Rechentrick in der Praxis?  Der Schulleiter könnte sagen, dass die 100 Schüler ab nächstem Schuljahr nicht mehr 35 Wochenstunden Unterricht brauchen um den Schulstoff zu lernen, sondern nur noch 30 Wochenstunden. Blöd daran ist nur, dass jeder sehen kann, dass bestimmte Unterrichtsstunden nicht mehr stattfinden. Das hat ja nun aktuell erst eine Menge Ärger eingebracht.

Also muss eine andere Lösung her. Und für diejenigen, denen keine einfällt, gibt der Bildungsminister gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten auch gerne mal ganz persönlich Nachhilfeunterricht an einer Schule. Ist doch nun wirklich ganz einfach. Man verringere die Anzahl der Klassen an den Schulen, indem man die Schülerzahl je Klasse auf mindestens 28 erhöht. Was das für Schüler bedeutet, weiß ich persönlich ganz genau. Denn ich gehöre zu den Geburtenstarken Jahrgängen, den Babyboomern, die an einer Schule dreizügig zu 35 Schülern je Klasse unterrichtet wurden. Teilweise sogar in zwei Schichten, vormittags und nachmittags. Das ist zumindest aus Sicht der Schüler schon mal Stress pur.

Und für die Schulen, die das heute nicht schaffen, weil sie keine 28 Schüler je Klassenstufe mehr zusammen bekommen, besteht ja noch die Möglichkeit, 2 unterschiedliche Klassenstufen zu einer Klasse zusammen zu legen. Was für ein Wahnsinn, denn selbst die neuerdings immer wieder so gepriesene Schweiz hat sich von diesem System gerade erst wieder verabschiedet, weil es nicht funktioniert.

Betrachte ich das ganze nun noch aus Sicht der Beschäftigten in der Bildung, kann ich erst recht nicht mehr meinen Mund halten. Seit geraumer Zeit beobachte ich in zunehmenden Maß, dass der Dienstherr als Arbeitgeber immer rücksichtsloser mit seinen Beschäftigten umgeht. Mit Würde und Respekt vor ihren Leistungen behandelt er sie jedenfalls schon lange nicht mehr. Das trifft auch auf Polizei und Verwaltung zu. Dass die Menschen im Landesdienst immer häufiger und länger krank werden, will man in den Führungsetagen nicht wahrnehmen. Und dass es einen Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und der Gesundheit des Menschen gibt, erst recht nicht. Der Mensch im Dienst des Landes zählt schon lange nichts mehr. Selbst wenn von wütenden Bürgern auf Lehrer, Polizisten und Rettungskräfte eingeprügelt wird, sie dabei neuerdings lebensgefährlich verletzt werden, stellt sich das Land nicht schützend vor seine Beschäftigten.

Ich denke, dass es höchste Zeit wird, daran etwas zu ändern. Mit Taschenrechnertricks alles schön zu malen, hilft definitiv nicht das Problem zu lösen. Mit einer Stärkung des öffentlichen Dienstes und attraktiven Arbeitsbedingungen bestünde m.E. auch wieder die Chance so viele junge Leute für den öD. Zu interessieren, dass wenigstens die zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze wieder zu 100 Prozent besetzt werden können. Was soll sich bitte an der jetzigen Situation ändern, wenn künftig jährlich 800 Lehrkräfte in den Ruhestand gehen, als Ersatz 700 neue Lehrkräfte eingestellt werden sollen, die Studienplätze auch vorhanden sind, aber sich nur 500 Studenten für das Lehramt finden lassen?

Das ist eine Milchmädchenrechnung mit der die Wähler auch noch für dumm verkauft werden sollen. So kann es nicht weitergehen!

 

(Datenquelle: Volksstimme Magdeburg vom 17.03.2017)

Das bunte Leben in seiner Vielfalt „… bis die Bäume schweigen“

Ich betrete die Bibliothek und sehe schon von weitem Johanne stehen. Sie macht einen aufgeregten Eindruck und begrüßt an der Eingangstür zum Lesesaal die Gäste auf ganz persönliche Weise. Ich gratuliere ihr zur Veröffentlichung ihres zweiten Gedichtbandes, dessen Premiere heute Abend ist, und wünsche ihr für „…bis die Bäume schweigen“ viel Erfolg.

Ich bin auf ihre Buchpremiere gespannt. Johanne kenne ich schon seit 5 Jahren aus dem Autoren- und Literaturkreis Wilhelm Müller in Dessau. Sie gehört zu den Menschen, die mir sehr geholfen haben, mich bei meinem Schreiben in die Lyrik hinein zu finden, meine Gefühle mit Lyrik auszudrücken.

„…bis die Bäume schweigen“, dieser Titel lässt mich vermuten, dass die darin enthaltenen Gedichte im weitesten Sinne das Ende des Lebens spiegeln. Umso mehr bin ich überrascht, dass ich in dieser Erwartung weit gefehlt habe. Ihre Gedichte spiegeln das Leben insgesamt wieder. In ihren vorgetragenen Werken finde ich auch die Lebensfreude und die Liebe wieder. In vielen Gedichten höre ich die Angst um die zerstörerische Wirkung menschlichen Handelns. Kriege und Umweltkatastrophen rücken in mein Blickfeld und berühren mich mit ihrem angerichteten Schaden auf eine ganz eigene tief unter die Haut gehende Weise.

Johanne, wie auch der Autoren- und Literaturkreis Wilhelm Müller haben schon öfter mit der Band „Lama blanc“ aus Dessau zusammengearbeitet. Und so verwundert es mich nicht, dass sie auch diese Buchpremiere musikalisch umrahmen. Eine außerordentlich gelungene Symbiose von Literatur und Musik, wie ich finde. Auch „Lama blanc“ berührt mit ihren Improvisationen und Liedern meine Seele ganz tief. Sie überzeugen mit ihrer Professionalität und entführen mich mit ihrer Musik in genau die Welt, die Johanne mit ihren Gedichten in meinem Kopf erzeugt.

Eine erneute „Erziehungsmaßnahme“ ?

Keine rentenrechtlichen Beitragszeiten für ehemalige Heimkinder wegen „Zwangsarbeit“

Quelle:  Mo 13. März 15:13 Uhr —  magdeburger news.de

Das LSG Stuttgart hat entschieden, dass nach der derzeitigen Rechtslage die von ehemaligen Heimkindern geleistete Arbeit, die nicht Teileines versicherungspflichtigen Lehr- oder Beschäftigungsverhältnisses war, sondern sich als – nach damaligem Verständnis – Teil der Unterbringungs- und Erziehungsmaßnahmen darstellt, nicht als rentenrechtliche Beitragszeit im Versicherungskonto der betreffenden Personen anerkannt werden kann..

An dieser Stelle drängt sich mir die Frage auf, ob hier die betroffenen (in der Regel in der ehemaligen DDR aufgewachsen) ein weiteres Mal „erzogen“ und bestraft werden? Nicht nur, dass viele Kinder und Jugendliche aus sehr fragwürdigen Gründen  in Heime untergebracht wurden und dort arbeiten mussten, Nun wird Ihnen auch noch die Anerkennung dieser Arbeit als Anrechnungszeit im Sinne des Rentenrechts verwehrt.

Ich finde das ungeheuerlich.

Liebe Freunde

Willkommen in meinem neuen Blog.

Ich habe die alten Beiträge in mein neues Tagebuch importiert und möchte ab jetzt hier an diesem Ort, das niederschreiben, was mich im aktuellen Tagesgeschehen, in der Politik, in der Welt und in der Region allgemein wie auch speziell berührt. Aus den Beiträgen könnt ihr also erkennen, wofür ich stehe und was ich ablehne.

Ich hoffe, die Beiträge sind so interessant, dass ihr meinem Tagebuch regelmäßig folgt.

Ich wünsche Euch dabei viel Spaß.